Das Virus verändert alles!

Aus diesem Grunde müssen leider alle Veranstaltungen der Geschichtswerkstatt bis mindestens 30.4.20 ausfallen. Es finden keine literarischen Hafenfahrten und keine Bunkerrundgänge statt.


Aber unsere Bücher lesen - das kann man weiterhin. Ganz einfach auf den Webshop der Buchhandlung Lüdemann gehen: luedebuch.de und dann bestellen, Lesetipps gibt`s weiter unten!

 

Cholera 1892
In diesen Wochen drängt sich die Erinnerung an eine Katastrophe auf, die Hamburg am Ende des 19. Jahrhunderts heimsuchte: Die Cholera-Epidemie von 1892. Wie Altona war auch das damals noch preußische Wilhelmsburg  betroffen. Es gab noch keine Kanalisation und keine Trinkwasserversorgung. Die Menschen benutzten das Elbwasser, und das wurde ihnen zum Verhängnis. In Hamburg (die Stadt hatte 640.000 Einwohner) erkrankten 16.956 Menschen, 8.605 Menschen starben. In Wilhelmsburg wurden zur Isolation und Versorgung der Kranken so genannte Cholera-Baracken im Nordwesten des Reiherstiegviertels zwischen Ernst-August-Kanal und dem Elbarm Reiherstieg errichtet. Krankenschwestern und Diakonissinnen kümmerten sich um die Pflege der Patienten. Für ihren großen Einsatz wurden sie später vom preußischen Landtag geehrt und erhielten als Dank je 300 Mark. Eine von ihnen hieß Marie Parpert.

 

Was läge näher als diesen Frauen ein Denkmal zu setzen, indem nach ihnen einige neu in Wilhelmsburg enstehende Straßen benannt werden. Planungen gibt es ja für verschiedene Quartiere. Hierfür wird sich die Geschichtswerkstatt einsetzen. Mailt uns, wenn Ihr diese Idee unterstützen wollt!

 

Angesichts der Cholera-Katastrophe begann Hamburg noch im Jahr 1892 damit, eine Trinkwasser-Filtrierungsanlage auf der Elbinsel Kaltehofe zu bauen. Das Wassermuseum ist zwar zurzeit geschlossen, aber ein Spaziergang den Elbdeich entlang lohnt sich trotzdem - die Trinkwasserbecken-Anlage ist zumindest in Teilen gut erhalten!

Wilhelmsburg erhielt dann erst viel später eine eigene Wasserversorgung, davon zeugt bis heute der Wasserturm an der Alten Schleuse. An der Brücke über den Veringkanal erzählt eine von uns gestaltete Infotafel die Geschichte der Wilhelmsburger Wasserversorgung. Also auch hier lohnt sich ein kleiner Spaziergang, und das ist ja weiterhin erlaubt!

 

 

Neuerscheinung: Die Veddel

 

 

Die Veddel - Ein Stadtteil im Fluss zwischen Verkehr, Hafen und Industrie: Seit über 250 Jahren gehört die Elbinsel Veddel zu Hamburg. Zeit, um sich diese Geschichte genauer anzusehen.
Einer der faszinierendsten und kleinsten Stadtteile Hamburgs mit Ecken, Kanten und Charme. An der Veddel kann man über Jahrhunderte verfolgen, wie eng Hafen und Stadt miteinander verflochten sind, wie stark dabei der Hafen Taktgeber war und wie oft die Belange der Bewohner dem untergeordnet wurden. Das Buch illustriert dies besondere Hafenleben mit an die 100 Fotos und einem ausführlichen Textteil. 

Bei uns, auf der Veddel: im café nova, der Fischgaststätte, bei Veddel Aktiv, auf dem Pontoncafé Entenwerder und natürlich in der Buchhandlung Lüdemann, Fährstraße 26, für 16 € erhältlich!

 

Die Zweite Auflage ist da!

 Wilhelmsburger Straßen        
Ein Archiv zu öffentlichem Leben und Geschichte der Elbinseln Wilhelmsburg und Veddel
Herausgegeben von der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen

Was erzählen Straßennamen?
Jugendstilgiebel, stuckverzierte Fassaden, in den Eingängen farbige Kacheln mit maritimen Motiven: Das ist die Fährstraße im Wilhelmsburger Nordwesten - plötzlich durchschnitten von einem Deich. Wie kam das? Geschichte liegt auf der Straße! Man muss sie nur aufheben. Auf den Elbinseln Wilhelmsburg und der Veddel sind es ungeheuer viele Geschichten. Das unterscheidet sie von fast allen Hamburger Stadtteilen.

 

Das Kuriose
Kaum zu glauben, Passierzettel soll eine Straße sein? Aber es stimmt. Dahinter steht eine fast vergessene Geschichte das Hamburger Hafens:  Passierzettel heißt eine kleine Straße auf der Veddel - ein Hinweis auf die direkte Nachbarschaft zum Freihafen, den man nur mit dem besagten
Papier betreten durfte.

 

Das Geläufige
das man überall findet: Straßen erinnern an bedeutende Persönlichkeiten. Gängig als Namensgeber sind die Vorbesitzer des Geländes, die mit Land- und Grundbesitz Geschichte schrieben. Wie zum Beispiel Georg Wilhelm, Herzog von Braunschweig-Lüneburg, dem nicht nur die Insel, sondern auch eine der Hauptstraßen ihren Namen verdankt.

Das Neue
Wilhelmsburg verändert sich, neue Straßen erzählen neue Geschichten. Zum Beispiel die von Dursun Akçam: Nach ihm ist seit 2015 ein Uferweg am Veringkanal benannt. Der türkische Schriftsteller wirkte in Wilhelmsburg lange für das Verständnis zwischen Einheimischen und Migranten.

 

Geschichte der Inseln erkunden
Ungewöhnlich viele Straßennamen hier erzählen über frühere Landschaftsformen im Grenzgebiet zwischen Fluss und Land: Der Name Pollhornbogen zum Beispiel  im südwestlichen Gewerbegebiet Wilhelmsburgs geht zurück auf ‚Pullhorn‘: früheres Außengelände vor dem grünen Deich. Horn: Winkel, Ecke. Pull bedeutet Spitze. Pullhorn ist also vielleicht die spitze Ecke einer früheren Insel oder Halbinsel gewesen.

 

Das Alte
verschwindet. Die Wilhelmsburger Reichsstraße wird würdig verabschiedet…

Auf 60 Seiten bietet das kleine Buch einen aktuellen Überblick über alle Straßen Wilhelmsburgs und der Veddel und ihre Geschichte, reich bebildert mit 100 Fotos aus über 100 Jahren Stadtteilgeschichte.
Herausgegeben von der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen. Text: Margret Markert, Gestaltung: Andrea Orth, 60 Seiten, 6 €.
Erhältlich in der Buchhandlung Lüdemann, Fährstraße 26, Tel. 753 13 53, und im Museum Elbinsel Wilhelmsburg und natürlich in der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg, HONIGFABRIK, Industriestraße 125-131, 21107 Hamburg. Tel. 040 42 10 39 15,
www.geschichtswerkstatt-wilhelmsburg.de.  markertm@honigfabrik.de