Im Urstromtal der Elbe, beiderseits der Geestränder des Harburger und des Hamburger Geestabhanges, liegt in der Elbmarsch die Elbinsel Wilhelmsburg,  die größte Flussinsel Europas. Sie ist ein Produkt der jüngsten geologischen Vergangenheit, als die letzte Eiszeit, die „Weichsel-Eiszeit“ mit dem Abschmelzen der letzten Holsteinischen Gletscher  vor ca. 11.700 Jahren zu Ende ging. Das Schmelzwasser dieser Gletscher, die in ihrer äußersten Ausdehnung bis in das Ahrensburger Gebiet vordrangen, prägte das gegenwärtige Elbe-Urstromtal.

 

Inseln in der Elbe

Als diese Schmelzwässer langsamer zu fließen begannen, die Transportfähigkeit des Wassers abnahm, setzten sich immer mehr die Sedimente ab, bis zuletzt die Elbe als kleines Rinnsal im breiten Urstromtal dahin floss. Es entstand ein breit gestreutes Feld von Sandbänken, Inseln und Flußarmen. Die höchste natürliche Erhebung der Elbinsel, die Kirchdorfer Sanddüne mit ihren 3,40 m ü. N.N. entstand als sogenannter Dünen-Uferwall durch Sandverwehungen der Sandbänke und der sandigen Ufersäume, die über mittleren Hochwasserstand an höhere Orte angeweht wurden. Vielen Wilhelmsburgern ist sie aber erst seit den Tagen der Not während der großen Sturmflut 1962 bekannt, als die Sanddüne als „Kirchhallig“, als Insel in den großen Wassermassen Schutz und Sicherheit bot.

Die jetzige Insel Wilhelmsburg entstand aber erst sehr viel später, als der nacheiszeitliche Meereswasseranstieg große Landstriche unter Wasser setzte, jenen Gezeitenrückstau bewirkte und die Nordsee als Randmeer entstehen ließ.

 

Insel Wilhelmsburg

Der Mensch griff erst später, dafür radikal ein. Er siedelte zunächst auf Warten oder Wurten, künstlichen Erdhügeln, die so vor Hochwasser geschützt waren. Ein Sommerdeich schützte die Felder. Die letzte Wurt dieser Art ist auch im Naturschutzgebiet Heuckenlock zu finden. Erst seit dem Mittelalter wurde dann der Auenwald durch Eindeichungen langsam, aber sicher dezimiert. Hier begann diese Art der Kulturlandgewinnung im Jahre 1333. Dass das Heuckenlock überhaupt erhalten blieb, ist letztlich Grenzstreitigkeiten zwischen Hamburg und Braunschweig-Lüneburg zu verdanken. So entstand, Insel für Insel, Eindeichung für Eindeichung, die Elbinsel Wilhelmsburg, die erst 1672 durch Zusammendeichung dreier großer Elbinseln den Namen des damals regierenden Herzogs von Lüneburg-Celle, Georg-Wilhelm, erhielt.